Leitbild „Großenhain 2030“ - Es geht auf die Ziellinie zu!

Grafik: activ verlag

Gemeinsam mit den Großenhainerinnen und Großenhainern sowie der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) erarbeitet die Stadt Großenhain seit 2018 ein städtisches Leitbild. Es soll im Dezember 2020 vom Stadtrat beschlossen werden und richtungsweisend für die Stadtentwicklung und das städtische Zusammenleben in den kommenden Jahren sein. Aus Bürger- und Gewerbeumfragen, Expertengesprächen und Veranstaltungen konnten dafür bereits über 1.000 Meinungen und Hinweise zusammengetragen werden. Erste Ergebnisse finden sich unter https://www.grossenhain.de/aktuelle-themen-leitbild.html. Im Zuge intensiver Recherchen und Diskussionen wurden zehn Themenschwerpunkte mit dazugehörigen Leitsätzen und Teilzielen entwickelt. Die Themenschwerpunkte sind: Bildung und Kultur, Soziales, Sport, Wirtschaft und Gewerbe, Innenstadt und Einzelhandel, Leben, Wohnen, Infrastruktur und Mobilität, Freizeit und Tourismus sowie Umwelt, Natur und Klima. Die spannenden und aufschlussreichen Stadtgespräche hierüber wurden durch das Coronavirus leider jäh unterbrochen. Nicht zuletzt die Corona-Krise selbst trägt jedoch dazu bei, die bisherigen Ergebnisse noch einmal gemeinsam auf den Prüfstand zu stellen.

Vom 29. Juli bis zum 31. August können die Großenhainer unter https://mitdenken.sachsen.de/1020812 im Beteiligungsportal des Freistaates Sachsen die Leitsätze und Teilziele nachlesen, bewerten und Ihre Hinweise und Anregungen einbringen. Die Palette reicht dabei von Einzelthemen wie Verkehrsberuhigungen in der Innenstadt, dem Ausbau der medizinischen (Nah-)Versorgung, der Stärkung der Vereinsstrukturen sowie der Förderung von Bio- und Regionalitätstrends bis hin zu langfristigen Zielsetzungen der Stadt- und Wirtschaftsentwicklung. Auch die Themen Tourismus, Umwelt, Natur und Klima spielen in dieser Befragung eine Rolle. Wer keine Möglichkeit hat, den Fragebogen online auszufüllen, erhält diesen in der Großenhain-Information im Rathaus oder in der Zabeltitz-Information und kann ihn dort auch bis zum 31. August wieder abgeben oder in den Briefkasten der Stadtverwaltung einwerfen.

Großenhain = cittaslow und/oder smart city?

Bereits zu Beginn der Leitbilddiskussion 2018 kam die Frage auf, ob Großenhain geeignet wäre, sich der Vereinigung der cittaslow-Städte anzuschließen. „Cittaslow“ kommt aus dem Italienischen und steht dabei als Markenbezeichnung für Städte und Gemeinden, die sich um höchstmögliche Lebensqualität für Bürger, Unternehmer und Gäste bemühen. Die Städte, die sich diesem Streben verpflichtet fühlen, werden anhand eines Kataloges zertifiziert, sind in einem europaweiten Verein organisiert und können mit diesem internationalen Markenzeichen für sich werben. Smart city steht für Städte, in denen systematisch Informations- und Kommunikationstechnologien sowie ressourcenschonende Technologien eingesetzt werden. Dadurch soll der Verbrauch von Ressourcen verringert, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger sowie die Wettbewerbsfähigkeit der ansässigen Wirtschaft dauerhaft erhöht werden. Berücksichtigt werden dabei mindestens die Bereiche Energie, Mobilität, Stadtplanung und Governance (Steuerung oder Regelung von Strukturen). Elementares Kennzeichen einer smart city ist die Integration und Vernetzung dieser Bereiche. Wesentlich sind dabei eine umfassende Integration sozialer Aspekte der Stadtgesellschaft sowie ein partizipativer Zugang, d.h. Möglichkeiten zur Mitwirkung und Beteiligung (nach Rohde/Loew 2011).

Im Zuge der Leitbilderstellung sollen auch zu diesen beiden Konzepten die Meinungen eingeholt werden. Soll sich Großenhain ein überregionales Image als „cittaslow“ aufbauen oder eher das smart city-Konzept verfolgen? Vielleicht gefällt den Großenhainern aber auch der Gedanke, dass die Stadt die cittaslow-Idee weiterführt, dabei aber auch Elemente einer smart city integriert. Standpunkte sind also auch hier gefragt.

„Allen Bürgerinnen und Bürgern, Stadt- und Ortschaftsräten, Vereinen, Gewerbetreibenden, Organisationen und Institutionen, die sich bereits im Leitbild-Prozess beteiligt und dabei ihre Zeit, Ideen und Vorschläge eingebracht haben, danke ich an dieser Stelle sehr herzlich. Nun sind wir auf der Ziellinie und benötigen zum Erreichen des Ziels noch einmal die Unterstützung aller Großenhainerinnen und Großenhainer“, betont Oberbürgermeister Sven Mißbach und hofft darauf, dass sich möglichst viele an der Umfrage beteiligen.

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