Museum Alte Lateinschule erhält Originalaufnahmen aus dem Wendeherbst 1989

Das Foto zeigt den Ausstellungsraum der neuen Sonderausstellung im Museum.
Foto: Museum Alte Lateinschule/ JSF

Im Wendeherbst 1989 schrieb Peter Grünewald Geschichte, als er mit seiner Videokamera die Großenhainer Protestdemonstrationen festhielt. 2009 entstand daraus in einem Schülerprojekt ein bewegendes Filmdokument.

30 Jahre nach den Ereignissen übergibt Peter die Grünewald nun die Originalkassette samt Kamera dem Museum Alte Lateinschule. Anlass ist die aktuelle Sonderausstellung „Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“, in der auch die Aufnahmen gezeigt werden. Im Museum soll das Originalmaterial digitalisiert, unter Einbeziehung der Zeitzeugen dokumentiert und als wichtiger Teil des kollektiven Gedächtnisses für die Allgemeinheit bewahrt werden. Die historische Videokassette und die Kamera sind ab Donnerstag, den 3. September, in der Ausstellung zu sehen.

Neue Sonderausstellung: Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit im Museum Alte Lateinschule

30 Jahre ist es her, dass sich das Leben in Ostdeutschland fast von einem Tag auf den anderen völlig veränderte: neues Geld, neue Autos, neue Parlamente, neuer Staat. Das Museum Alte Lateinschule erinnert jetzt in einer neuen Doppelausstellung an den historischen Umbruch. Die Plakatausstellung der bundesdeutschen Stiftung Aufarbeitung erzählt die gesamtdeutsche Entwicklung 1989 bis 1990: die Fälschung der DDR-Kommunalwahlen, die Massenflucht im Sommer und die Massenproteste im Herbst, die zum Mauerfall führten. Sie berichtet von der Selbstdemokratisierung der DDR und den außenpolitischen Weichenstellungen bis zur deutschen Wiedervereinigung. Die Ausstellung ist auch hervorragend für den Schulunterricht geeignet. Es gibt eigenes Unterrichtsmaterial und eine Handreichung für Lehrer.

Das Museum hat die Ausstellung erweitert und erzählt die Großenhainer Geschichte: die Abrüstung des Panzerregiments, das Solaris-Konzert in der Marienkirche am 26. Oktober 1989, die Donnerstags-Demonstrationen, die Gründung des Neuen Forums, Flugplatz-Proteste, die Einführung der D-Mark und die ersten freien Wahlen. Zu sehen sind die Transparente mit den Forderungen nach freien Wahlen und ökologischer Erneuerung, die alten und neuen Straßennamen (Foto) oder Produkte wie die (Vita-) Cola Ost und die (Coca-) Cola West. Eine eigene Vitrine ist der Einführung der D-Mark gewidmet. Das Archiv der Ostdeutschen Sparkassenverbands hat dazu Geldsätze aus Ost und West und Dokumente zur Verfügung gestellt, die den organisatorischen Kraftakt des Geldumtausches beleuchten. Im Museumskino läuft der Großenhainer „Wendefilm“ mit den bewegenden Aufnahmen der Protestdemos im Herbst 1989.

Die neue Sonderausstellung ist vom 12. Juli bis zum 18. Oktober - während der Öffnungszeiten des Museums - zu sehen.

Zurück

powered by heitech.net