Stadtrat beschließt Kommunale Wärmeplanung für Großenhain
Die Stadt Großenhain hat einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer kosteneffizienten, verlässlichen und von fossilen Rohstoffen unabhängigen Wärmeversorgung erreicht: Der Stadtrat hat am 24. Juni 2026 die Kommunale Wärmeplanung beschlossen. SachsenEnergie hat die Erarbeitung des Plans fachlich begleitet und gemeinsam mit der Stadtverwaltung umgesetzt. Mit dem Stadtratsbeschluss ist die konzeptionelle Phase abgeschlossen. Gleichzeitig markiert er den Übergang von der Planung in die konkrete Umsetzung der Wärmewende vor Ort, wie der Umsetzung der identifizierten Maßnahmen – vorbehaltlich der finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen. Dazu zählen unter anderem vertiefende Untersuchungen sowie weitere Abstimmungen mit lokalen Akteuren.
Der Wärmeplan dient als strategische Orientierung für die kommenden Jahre. Er bietet erstmals einen gesamtstädtischen Überblick, welche Heizlösungen künftig in welchen Teilen Großenhains sinnvoll sind. Er zeigt auf, wie die Wärmeversorgung Schritt für Schritt umgestellt werden kann und skizziert Perspektiven für eine deutliche Reduktion fossiler Energieträger bis 2045. Der Wärmeplan wird dafür regelmäßig fortgeschrieben und an neue technische, wirtschaftliche und gesetzliche Rahmenbedingungen angepasst.
„Mit dem Beschluss der Kommunalen Wärmeplanung legen wir den Grundstein für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung in unserer Stadt“, sagt Dr. Sven Mißbach, Oberbürgermeister der Stadt Großenhain. „Der Plan gibt uns als Stadtverwaltung eine Orientierung für unser Handeln für die nächsten Jahre.“
Fundierte Analyse für das gesamte Stadtgebiet
Im Rahmen der Wärmeplanung hat SachsenEnergie erstmals eine umfassende und systematische Analyse für das gesamte Stadtgebiet Großenhain, einschließlich aller Ortsteile, durchgeführt.
Untersucht wurden dabei insbesondere, wie viel Wärme die Großenhainer aktuell und zukünftig benötigen, welche Versorgungsstrukturen bereits vorliegen sowie die Potenziale, erneuerbare Energien und Abwärme zum Heizen zu nutzen. Auf dieser Grundlage entwickelte das Projektteam aus Stadtverwaltung und SachsenEnergie konkrete Maßnahmen und Entwicklungspfade für eine verlässliche, kosteneffiziente Wärmeversorgung auf Grundlage vor Ort verfügbarer Energiequellen.
„Die Wärmeplanung ist ein höchst komplexer Prozess, da viele Daten und lokale Besonderheiten berücksichtigt werden müssen“, erklärt Gregor Hillebrand-Kandzia, Projektleiter Kommunale Wärmeplanung bei SachsenEnergie. „Wir begleiten bereits elf sächsische Kommunen bei dieser Aufgabe. Unsere Erfahrung sowie unsere Kenntnis über die regionale Infrastruktur konnten wir für Großenhain gezielt einbringen und damit eine fachlich fundierte Grundlage für weitere Planungen schaffen.“
Ergebnis: Differenzierte Wärmeversorgung je nach Quartier
Der Wärmeplan zeigt: Je nach Quartier stehen Großenhainer Bürgerinnen und Bürgern auch künftig verschiedene Wärmeversorgungslösungen offen.
Für dicht bebaute Gebiete stehen in der Wärmeplanung insbesondere bereits mit Wärmenetzen versorgte Gebiete sowie deren perspektivische Weiterentwicklung im Fokus. In Großenhain betrifft das vor allem den Kernstadtbereich mit bereits bestehenden und potenziell neuen Wärmenetzen. Aber auch in einigen Ortsteilen, wie Zabeltitz und Skäßchen, wurde die Eignung für zukünftige Wärmenetze näher untersucht. Darüber hinaus sind in vielen der weniger dicht besiedelten Ortsteilen dezentrale Heizsysteme – wie beispielsweise Wärmepumpen – eine geeignete Lösung für eine klimafreundliche Wärmeversorgung.
Orientierung für Bürgerinnen und Bürger
Für Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Unternehmen bietet die Wärmeplanung vor allem Orientierung. Sie zeigt auf, welche Formen der Wärmeversorgung in bestimmten Gebieten perspektivisch sinnvoll sein können, ohne jedoch individuelle Aussagen für einzelne Gebäude zu machen oder unmittelbare Verpflichtungen auszulösen. Aus dem Wärmeplan ergeben sich weder Verpflichtungen zum Heizungstausch noch ein Anspruch auf eine bestimmte Versorgungsart. Entscheidungen verbleiben bei den Eigentümerinnen und Eigentümern.
„Uns war wichtig, für die Menschen in Großenhain Transparenz über mögliche Entwicklungen der Wärmeversorgung in der Stadt zu schaffen und einen Überblick bereitzustellen, der als Einstieg in individuelle Entscheidungsprozesse dienen kann.“ so Oberbürgermeister Dr. Sven Mißbach.
Weitere Informationen zur Kommunalen Wärmeplanung, Antworten auf häufig gestellte Fragen sowie den vollständigen Abschlussbericht stellt die Stadt Großenhain auf der städtischen Website zur Verfügung.
Gemeinsamer Prozess mit starker Beteiligung
Die Erarbeitung der Wärmeplanung erfolgte in einem mehrstufigen Prozess unter Einbindung von Verwaltung, Energieversorger sowie weiteren lokalen Akteuren. Auch Bürgerinnen und Bürger hatten die Möglichkeit, sich zu informieren und Hinweise einzubringen.
„Die Wärmewende gelingt nur gemeinsam, daher war der Dialog vor Ort ein zentraler Bestandteil des Projekts“, sagt Projektleiter Gregor Hillebrand-Kandzia. „Die eingebrachten Perspektiven aus Großenhain haben maßgeblich dazu beigetragen, tragfähige Lösungsansätze zu entwickeln.“
Weitere Informationen zur Wärmeplanung finden Interessierte unter www.sachsenenergie.de/waermeplanung.
[Quelle: Gemeinsame Medieninformation der SachsenEnergie und der Stadt Großenhain]