„Stolz meiner Stadt“: Filmprojekt startet – Interviews mit Bürgerinnen und Bürgern beginnen

An einem Tisch sitzen 5 Jugendliche und zwei Erwachsene. Sie diskutieren mit sichtlicher Freude über ein Thema. Manche lachen.
Foto: Luisa Gawalski

Wie blicken Menschen in Großenhain auf ihre Stadt? Was macht das Leben hier aus? Und was wünschen sie sich für die Zukunft? Mit dem Projekt „Stolz meiner Stadt“ startet in den kommenden Wochen ein gemeinsames Vorhaben der Stadt Großenhain in Kooperation mit dem Innovationsverbund 4transfer.

Ziel ist es, unterschiedliche Sichtweisen aus Großenhain und den Ortsteilen zusammenzubringen und daraus ein zeitgemäßes Stadtbild entstehen zu lassen, das offen, vielfältig und nah an der Lebenswirklichkeit ist. Herzstück des Projekts ist ein Dokumentarfilm, in dem Menschen, Orte und Erfahrungen gezeigt werden sollen. Als kreative Köpfe hinter dem Projekt stehen die beiden Großenhainer Sebastian Bieler und Mirko Thomas.

„Als Projektleiter ist meine Funktion hier eher organisatorisch zu betrachten. Aus dem künstlerischen Teil halte ich mich bewusst heraus und versuche Mirko so viel Freiraum wie möglich zu erschaffen. Wirkliche Kreativität duldet keine Ablenkung.“ (Sebastian Bieler)

„Dieses Projekt ist für mich deshalb so reizvoll, weil es kein gewöhnlicher Imagefilm werden soll. Wir werden viele Interviews führen und mit den Aussagen arbeiten, die wir bekommen. Aktuell ist noch nicht absehbar, wohin uns diese Reise führt - das aber ist alles Teil des Prozesses.” (Mirko Thomas)

In den nächsten Wochen werden für den Film Interviews geführt. In den Gesprächen erzählen Bürgerinnen und Bürger, wie sie Großenhain erleben, was sie schätzen, was sie bewegt, was sie vermissen oder was sie sich wünschen. Dabei ist es ausdrücklich gewollt, dass auch kritische Stimmen Platz finden. Denn das Projekt soll nicht „schönreden“, sondern ein ehrliches Stimmungsbild einfangen. Unterstützt wird das Interview-Projekt durch Studierende der Hochschule Meißen.

Die Transferleistung geht in beide Richtungen, zunächst setzen sich die Studierenden mit Identifikationskriterien, dem Erstellen von Fragebögen und Interviewtechniken auseinander, um dann vor Ort in Großenhain gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern die praktische Umsetzung durchzuführen. Die zukünftigen Verwaltungsmitarbeiterinnen und Verwaltungsmitarbeiter erleben direkte Bürgernähe. Zugleich bekommen die Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Großenhain ein differenziertes und authentisches Bild von ihren Bewohnerinnen und Bewohnern.

Ein weiterer wichtiger Teil des Films entsteht gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der 1. Oberschule „Am Kupferberg“. Jugendliche der Klassenstufe 9 erzählen aus ihrem Alltag und schreiben einen offenen Brief. Darin formulieren sie aus ihrer eigenen Sicht, wie sie Großenhain erleben und wie sie sich ihre Zukunft hier vorstellen. Diese Briefe werden im Film als gesprochener Text aus dem Hintergrund verwendet, als sogenanntes „Voice-over“. Eigens für den Film entsteht außerdem von Mirko Thomas komponierte Musik, die er gemeinsam mit der Meißner Sängerin Lena Bäßler einspielt.

Die Premiere des Films „Stolz meiner Stadt“ ist zum Großenhainer Stadtfest im Juni geplant. Der Film soll Menschen miteinander ins Gespräch bringen: über das, was Großenhain ausmacht, und darüber, wie sich die Stadt und ihre Ortsteile weiterentwickeln können. Wie das Ergebnis am Ende aussieht, bleibt dabei bewusst offen: Es entsteht aus den Stimmen der Menschen aus Großenhain.

Bürgerinnen und Bürger, die sich vorstellen können, Teil des Projekts zu sein und in einem Interview ihre Perspektive einzubringen, sind herzlich eingeladen, sich zu melden.

Kontakt:
Sebastian Bieler
E-Mail: info[at]sebastianbieler.de

Hintergrund
Für „Stolz meiner Stadt“ kooperieren der Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V., die Hochschule Meißen (FH) und Fortbildungszentrum als 4transfer-Mitglieder mit den genannten Künstlerinnen und Künstlern und der Stadt Großenhain. Genutzt wird das 4transfer-Format „Pop Up Science“, das Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft durch künstlerische Impulse zusammenbringt, um neue Ideen und Perspektiven für aktuelle Fragen zu entwickeln und theoretische Themen erlebbar und öffentlich zugänglich zu machen. Kernidee von diesem „Pop Up Science“ ist es, partizipative Prozesse zwischen Verwaltung und Bürgerinnen und Bürgern mithilfe der künstlerischen Impulse zu initiieren.

In Großenhain knüpft das Projekt an das Stadtleitbild >Großenhain 2030< an. Dieses beschreibt, wofür Großenhain stehen möchte und wie sich die Stadt und Ortsteile bis 2030 entwickeln sollen. Die im Film gesammelten Stimmen und Eindrücke können damit auch Impulse geben, wie dieses Leitbild künftig weitergedacht und mit Leben gefüllt werden kann.

4transfer ist ein Innovationsverbund, zu dem die TU Bergakademie Freiberg, die Duale Hochschule Sachsen, die Hochschule Meißen (FH) und Fortbildungszentrum sowie der Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V. gehören. 4transfer setzt sich für Fortschritt, Vielfalt und Demokratie ein und begegnet aktuellen Herausforderungen mit innovativen Projekten, Austausch und Aufklärung. Dabei werden die Perspektiven aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft eingebunden. Der Verbund wird durch die Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ gefördert.

Mehr Informationen erhalten Sie unter www.4transfer-innovation.de.

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