Museum Alte Lateinschule (01558 Großenhain, Kirchplatz 4)
Sonderausstellung „1954 – 1000 Jahre Großenhain“
Es war ein Fest der Superlative: 9 Tage wurde gefeiert. Höhepunkt war der große Festumzug am 1. August. 75.000 Menschen waren auf den Beinen, um den 3 km langen Umzug zu sehen. In 48 Bildern wurde die Großenhainer Geschichte dargestellt, im zweiten Teil prasentierten sich Handwerker, Betriebe und Parteiorganisationen. Ein Teil davon ist jetzt im Museum nachzuerleben: das Stadttormodell, der Riesenstiefel, Original-Plakate oder die Entwürfe für den Festzug von Walter Harras. Fotos und die Filmdokumentation zeigen die herausgeputzte Stadt in einer Zeit, als Mangelwirtschaft, Lebensmittelkarten und knapper Wohnraum den Alltag prägten. Die 1000-Jahrfeier bot ein Kontrastprogramm, auch wenn die ganz großen Highlights wie der Auftritt einer westdeutschen Fußballmannschaft nicht zustande kamen. Erstmals ist die Ausstellung in den Nachbarraum erweitert worden. Im Nostalgie-Wohnzimmer kann der Duft der 1950er-Jahre geatmet und in Zeitschriften von 1954 geblättert werden
Dienstag, 21.09.2021
21. September, 18:00 Uhr, Vortrag: „Nicht noch einmal Großenhain“ – Festzüge bei Stadtjubiläen im Spiegel der frühen DDR-Kulturpolitik
Museum Alte Lateinschule Großenhain (01558 Großenhain, Kirchplatz 4)
„Nicht noch einmal Großenhain – Festzüge anlässlich Stadtjubiläen in der DDR im Spiegel der frühen SED-Kulturpolitik“. Vortrag am 21. September, 18:00 Uhr, im Museum Alte Lateinschule
„Nicht noch einmal Großenhain“ hieß es von offizieller Seite nach der 1000-Jahrfeier in Großenhain. Vor allem der Festzug war Stein des Anstoßes. Die SED-Ideologen wünschten sich weniger Folklore, vielmehr sollten die Aufzüge der sozialistischen Erziehung und dem „richtigen“ Geschichtsbild dienen. Der Historiker Daniel Fischer M. Ed. (Dresden) blickt in seinem Vortrag ausgehend von „1000 Jahre Großenhain“ auf die Festzüge anlässlich der DDR-Stadtjubiläen. Gefragt wird nach den Ursprüngen des historischen Festzugs und dessen Bedeutung, nach den kulturpolitischen Absichten in der frühen DDR sowie den Entwicklungen darüber hinaus. An Fallbeispielen aus Großenhain, Zittau, Dresden, Neugersdorf oder Leipzig lassen sich dabei parteipolitische Eingriffe, städtisches Beharrungsvermögen sowie einige Kuriositäten aufzeigen.
Daniel Fischer studierte Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaften an der Technischen Universität Dresden. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit Stadtjubiläen in der DDR zwischen kommunaler Selbstdarstellung und Parteipolitik. Er ist im Fachreferat für sächsische Landeskunde an der Sächsischen Landesbibliothek tätig.
Bitte beachten Sie die begrenzte Teilnehmerzahl und die geltenden Hygieneregeln. Für den Besuch ist der Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines tagesaktuellen negativen Corona-Tests nötig. Anmeldung unter 03522 304-174.
Dienstag, den 21. September, 18:00 Uhr
Museum Alte Lateinschule, Kirchplatz 4, 01558 Großenhain